Einfall der Germanen ins Imperium

Die Klassen 6a und 6b besuchten am 15.07. den Römerpark in Ruffenhofen und das Limeseum. NSAM 0585 Mittelach einem Rundgang im Museum übten sie sich in der Kunst, römische Münzen zu prägen. Anschließend erfuhren sie bei einer kurzen Wanderung die Größe der römischen Anlagen (Wohnbebauung, Tempel, Kastell und Befestigungsanlagen), bevor sie sich bei einem Rugby-Match duellierten, das germanischen Barbaren alle Ehre gemacht hätte.

 

 

 

(Text: H. Krüger/M. Wawrzynek; Foto: M. Wawrzynek)


 

Fürstliche Prachtentfaltung in Ellingen

Kl. 7d besucht Residenz des Deutschen Ordens

Eine Mumie im Glassarg, Totenköpfe und Sanduhren an den Wänden einerseits, streng symmetrische Fassadengestaltung, große Heiligenskulpturen und gewaltige bunte Fresken, diesen Gegensatz bietet nur der Barock. Und was läge da näher als diese Antithesen ganz in unserer Nähe in Ellingen zu besichtigen? Deshalb unternahm die Klasse 7d am 13.07.2018 im Rahmen des Geschichtsunterrichts eine Fachexkursion in die „Perle des fränkischen Barock“, wie Ellingen gern für sich wirbt.

Zunächst verschaffte die Klasse 7d sich bei einem kurzen Stadtrundgang durch Ellingen, der über den Schlosspark bis zur Stadtpfarrkirche St. Georg auf dem ehemaligen Friedhof führte, einen Überblick über barocke Stadtarchitektur, die vom bescheidenen Wohlstand der Stadt kündet.

Unter der Maria-Hilf-Kapelle zeigte sich dann besonders eindrücklich das Vanitasmotiv des Barock in Form der Mumie des Residenzerbauers und Deutschherrens-Fürsten von Hornstein, die dort im Glassarg besichtigt werden kann. Da uns Gemeindepfarrer Dr. Stübinger Zugang zur Maria-Hilf-Kapelle, zur Gruft und zur Stadtpfarrkirche gewährt hatte, konnte auch hier der im Barock gern künstlerisch gestaltete Gegensatz zwischen irdischer Vergänglichkeit und ewiger himmlischer Prachtentfaltung nachempfunden werden. Im Anschluss führte der Weg uns zurück durch die ehemalige Judengasse zur Residenz des Deutschen Ordens. Die fürstliche Prachtentfaltung als Machtdemonstration nach Vorbild des französischen Absolutismus konnte nicht nur von außen bestaunt und kritisch hinterfragt, sondern auch in zwanzig repräsentativen Räumen bei einem geführten Rundgang besichtigt werden, der uns auch durch die schmalen Dienstbotengänge leitete. Die Rundgangsleiterin führte uns sogar in den Glockenturm der Schlosskirche und in den Renaissancekeller des Schlosses, die sonst nicht zugänglich sind. Dass wir auch – wie fürstliche Diener - mit Muskelkraft per Seilzug die Schlossglocke zum Klingen bringen durften, bildete ein weiteres Highlight und läutete das Ende des Rundgangs ein.

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Mit Orgelklängen von Bach aus der Klangkonserve und Gryphius-Rezitation schloss dann die Exkursion im Schlosspark der Residenz.

(Markus Wawrzynek)

Kandierter Kümmel, zu kurze Betten und ein Potschamberl im Schlafgemach

Klasse 7e besucht das Burgerlebnismuseum „ErlebnisCadolzburg“

Wie lebten die Hohenzoller auf der Cadolzburg im Spätmittelalter? Was naschte der Kurfürst am liebsten? Wie roch es in der Burgküche? Warum schlief die Kurfürstin im Sitzen? Und wozu diente eine „Potschamberl“?

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Diesen Fragen ging die Klasse 7e am Dienstag, 10.07.2018 auf dem geführten Rundgang in der Cadolzburg nach, nachdem wir uns vom Cadolzburger Aussichtsturm, dem „Bleistift“ einen Überblick über die Dimension der Burg verschafft hatten. Wir erfuhren sodann in Dem Rundgang um die Bedeutung der Cadolzburg für die Hohenzoller und deren Stellung im Heiligen Römischen Reich und der Region. Aber darüber hinaus konnten wir auch erlesene Leckereien, wie kandierten Kümmel, die kostbare Leibspeise des Kurfürsten Albrecht Achilles, probieren und den rauchigen Duft der Burgküche erahnen, mussten jedoch nicht – und dafür dürfen wir dankbar sein - die Atemnot im ehemals völlig verrußten Raum nachfühlen.  Dass ein kurfürstliches Bett bequem, aber sehr kurz ausfällt und nur im Sitzen geschlafen wurde, weil man abergläubisch annahm, man hauche seine Seele während des nächtlichen Liegens aus, verblüffte doch und auch die Vorstellung, mit zehn Personen einen Nachttopf, das „Potschamberl“ teilen zu müssen, rief Erstaunen hervor, wie noch einiges mehr.

Die interaktiven Stationen, das Ausprobieren und Berühren-Dürfen im Museum macht die Cadolzburg tatsächlich zu einem Erlebnis: eine Empfehlung auch für einen Tagesausflug in den Sommerferien!

(Markus Wawrzynek)

Flossenbürg lehrt, Verantwortung für eine starke Demokratie zu tragen

Am 05. März 2018 fuhren die 9. Klassen in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

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Das Konzentrationslager Flossenbürg bestand von 1938 bis zur Befreiung durch die US-Army 1945, es befindet sich nahe der tschechischen Grenze, ungefähr auf halber Strecke zwischen Nürnberg und Prag. Ihm waren außerdem noch ca. 90 Außenlager zugeordnet, die sich ungefähr vom Norden Sachsens bis nach Niederbayern und ins heutige Tschechien erstrecken. Das KZ Flossenbürg war als Arbeitslager gedacht und zur „Vernichtung durch Arbeit“ konzipiert, es war also kein Vernichtungslager wie Auschwitz, trotz dessen starben mindestens 30% der ca. 100. 000 Menschen, die je im Hauptlager inhaftiert waren, darunter berühmte Widerstandskämpfer oder Gegner des Regimes, wie Dietrich Bonhoeffer und Admiral Wilhelm Canaris.

Als wir Vormittags an der Gedenkstätte ankamen, merkte man sofort das rauere Klima, Flossenbürg ist in der Oberpfalz und liegt fast doppelt so hoch wie Schwabach. 0 C°, ein empfindlicher Wind und die Tatsache, dass das noch mild für die Jahreszeit sei, so wurde uns erzählt, ließen erahnen, was es für die Häftlinge bedeutet haben muss, mit dünner Kleidung im nahen Steinbruch arbeiten zu müssen. Rundgangsleiter nahmen uns in Empfang und ermöglichten  von einem kleinen Plateau einen Überblick über das Gelände der Gedenkstätte. Sie ist wesentlich kleiner als die meisten erwartet hätten, was auch daran liegt, dass ein Teil des KZ nach dem Kriege privat bebaut wurde. Es sind nur noch wenige Gebäude erhalten bzw. restauriert worden, wie die Kommandantur, ein Ringbogen, der als Eingang gedacht war, oder die Häftlingsküche und das Häftlingsbad. Außerdem wurden in den Boden die Grundrisse einiger Baracken eingelassen. Es gibt noch einen Ehrenfriedhof und ein Krematorium, beides war allerdings aufgrund des schwierigen Zugangs im Winter gesperrt.

Der Rundgang führte uns, an der Kommandantur vorbei in das Gebäude der Häftlingsküche, in dem sich auch das Häftlingsbad befindet. Dort wurden den Neuankömmlinge in entwürdigenden Ritualen sämtliche Haare abrasiert und sie mussten eine Dusche, die mal eiskalt und mal brühend heiß war, über sich ergehen lassen. In dem Gebäude befindet sich eine Ausstellung, die Einzelschicksale von Häftlingen behandelt, sich mit der nationalsozialistischen Ideologie auseinandersetzt und durch restaurierte Räume, wie eben die Dusche, das Leben der Menschen im Lager ein Stück greifbar macht. Auch eine Ausstellung zur Geschichte des Lagers kann man besuchen. Am Ende des Rundganges schauten wir uns noch einen Dokumentarfilm mit Berichten und Interviews von Überlebenden an, besonders beeindruckt hat mich die Bereitschaft zur Vergebung, trotz des ihnen angetanen Unrechts, die viel geäußert haben.

Abschließend kann ich, aus meiner persönlichen Sicht, sagen, dass der Ort mit seinem Eindruck und den Vorträgen der Gruppenleiter hoffentlich jedem, dem es noch nicht klar war, klar gemacht hat, dass es nicht darum geht, sich für die Verbrechen vergangener Diktaturen und Generationen schuldig fühlen zu müssen, sondern dass es um unsere Verantwortung geht, eine Schreckensherrschaft in Deutschland zu verhindern und die Pflicht eines jeden Staatsbürgers, die mit dieser Verantwortung einhergeht, sich für eine starke und selbstbewusste Demokratie einzusetzen.

Noel Boldin

Leben wie ein Kurfürst

Die Klasse 7c im Burgerlebnismuseum „Erlebnis.Cadolzburg“

SAM 9023 SmallZum Jahresschluss bot sich die Gelegenheit, fächerübergreifend die Thematik Mittelalter auf der hohenzollerischen Cadolzburg zu vertiefen. Seit Ende Juni 2017 ist die Cadolzburg nun nach jahrzehntelangen Restaurierungsarbeiten für die Öffentlichkeit zugänglich. Gestaltet als synäthetisch und multimedial aufgepepptes Mitmach- und Ausprobier-Museum bietet es gerade Siebtklässlern viele Gelegenheiten, Leben auf einer mittelalterlichen Hochadels-Burg nachzuspüren. Vom Gesellschaftstanz in traditionellen Gewändern, über das Aufsetzen des Kurhuts (= Kurfürstenhuts) und der Geruch eines Pferdestalls bis hin zum Probieren von kandiertem Kümmel, der Lieblingsnascherei des Kurfürsten konnte Vieles unmittelbar erfahren werden. Highlights bildeten im obersten Stockwerk der simulierte Schwertkampf, das Echtzeitstrategiespiel „Wie werde ich Kaiser“ und die Anprobe von Kettenhemd und Ritterrüstung.

Der geführte Rundgang gab uns einen groben Überblick der Möglichkeiten des Hauses, konnte aber nicht alle Räumlichkeiten und liebevolle Details zeigen, die dann auf eigene Faust erkundet werden konnten. Allerdings war die Zeit dafür zu knapp bemessen, sodass der Wunsch blieb, länger vor Ort zu bleiben oder wiederzukommen.

(Markus Wawrzynek)