Herzlich willkommen am Adam-Kraft-Gymnasium 

Titel Broschure

 

 

Das Abitur ist geschafft!!!

Die Schulfamilie gratuliert allen

Abiturientinnen und Abiturienten herzlich

zur bestandenen Hochschulreife und wünscht

gute Erholung in den Pfingstferien.


 

 

 

Wenn Menschen markiert werden

Premiere der Eigenproduktion "Profile" im Blauen Theater

Im Namen der Sicherheit werden immer wieder Freiheiten begrenzt und eingeschränkt. In der Dystopie „Profile“ thematisiert das Oberstufentheater des Adam-Kraft-Gymnasiums beindruckend intensiv, wohin übersteigertes Kontrollverhalten führen kann.

Die Firma „Simple Safety Future“ hat eine Maschine entwickelt. Mit dieser kann jeder Mensch getestet werden, ob er in seinem weiteren Leben einmal einen Menschen töten wird. Verbrechen sollen damit verhindert werden, ehe sie begangen werden. Mehr Sicherheit – das ist das große Versprechen. Fortschrittsoptimistisch und im Vertrauen auf die hochentwickelte Technik führt daraufhin eine Stadt das Programm „Profile“ ein. Die ersten Menschen unterziehen sich dem Test und erhalten ihre unwiderrufliche Prognose: positiv wie negativ. Das verändert das Zusammenleben der Bürger radikal. Wo Sicherheit versprochen wurde, herrscht plötzlich Unsicherheit. Könnte vielleicht der Nachbar eine negative Prognose haben? Ist möglicherweise der nette Mann von nebenan ein potenzieller Mörder? Rufe werden laut, man solle die Menschen mit Prognose markieren. Und das geschieht schließlich. Doch das zerreißt Familien, trennt Paare, treibt Menschen sogar in den Selbstmord.

Die jugendlichen Schauspieler konfrontierten die Zuschauer im dreimal ausverkauften Blauen Theater mit der Frage, was eine Gesellschaft davon hat, wenn deren Mitglieder immer mehr durchleuchtet werden? Und: Sind neue wissenschaftliche Entwicklungen immer mit Fortschritt gleichzusetzen? Verschärft wird die Situation zudem, als deutlich wird, wie einfach das „Profile“-Programm zu manipulieren ist.

Mit vielen expressiven choreografischen und tänzerischen Contemporary-Elementen, einer effektvollen Lichtregie sowie einer starken Musikauswahl setzten die Spieler die Auswirkungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen beeindruckend und unter die Haut gehend um. Unter der Leitung des Theaterlehrers Dr. Johannes Möhler entwickelten die 30 Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe alle Szenen und Texte selbst. Diese intensive und sehr persönliche Auseinandersetzung mit einer schweren Thematik spürte der Zuschauer in jedem Augenblick der einstündigen Aufführung. Doch zugleich setzte die Gruppe in ihrer Inszenierung auch herrlich komische Akzente, etwa, wenn sich eine nicht ganz ernst zu nehmende Verbrecherbande darüber Gedanken macht, wie sie mithilfe von „Profile“ an neue Rekruten herankommen könnte. Äußerst präzise wechselten die Schülerinnen und Schüler zwischen den überwiegend ernsten und aber auch heiter anmutenden Szenen. Akkurat im mimischen und gestischen Spiel, mit enormer Präsenz, viel Ausdruck und einer geschlossenen Ensembleleistung begeisterten sie ihr Publikum im Blauen Theater. Den tosenden Applaus haben sie sich damit wahrlich verdient.

Text/Foto: Stefanie Ulrich