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Wer ist schuld - wir nicht, der Mensch!

AKG-Theaterproduktion zeigt mit „Not my fault“ ein beeindruckendes Schauspiel in starken Bildern

Donnergrollen war in den letzten Tagen nur eine harmlose Begleiterscheinung der Unwetter, die in manchen Gegenden ein Szenario verursachten, das einem scheinbaren Weltuntergang glich. Mit dieser viel beschworenen Urangst der Menschheitsgeschichte beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Mittelstufentheaters am Adam-Kraft-Gymnasium in ihrer Eigenproduktion. Sie lehnt sich in einigen Bildern an die groteske Oper „Ein Zusammenstoß“ von Kurt Schwitters aus den „Goldenen Zwanzigern“ des letzten Jahrhunderts an.

Chaos auf der Bühne, Menschen irren gehetzt umher und klagen an: Umweltzerstörung, Gewalt, Machtmissbrauch, Ausgrenzung – pure Verrohung! Drei selbstherrliche Göttergestalten beobachten die fehlgeleitete Menschheit und fassen den Plan, die Menschen zum Umdenken zu bewegen. Ein Komet mit dem Potential die Erde zu zerstören, dient als Drohkulisse. Einer der Götter bezweifelt, dass die Menschheit auf diese Weise gerettet werden kann – und er soll recht behalten. Die Zuschauer im Blauen Theater werden nun auf eine rasante Reise durch die Abgründe menschlichen Daseins mitgenommen. Unter der Leitung von Stephanie Hitzler haben die jungen Schauspieler intensive Bilder geschaffen, die zu einer Collage des Bösen zusammenwachsen: Sexuelle Belästigung im Büro heizt die Metoo-Debatte weiter an, verzweifelte Kinder prangern Gewalt in ihrer Familie an und in einem Erziehungscamp missbrauchen die Wärter auf brutalste Weise ihre Macht. Drei Wissenschaftler werden beauftragt, eine Apparatur zu entwickeln, um den Charakter der Menschen umzupolen. Auch dieses Vorhaben scheitert letztendlich an der Ignoranz und Machtgier. Ein dramaturgischer Höhepunkt ist die Flucht der Jugendlichen aus dem Erziehungscamp, bei der sie von ihren Aufsehern brutal erschossen werden. Von allen Seiten sammeln sich um die Opfer unzählige Gaffer, die ohne jede Empathie mit ihren Smartphones filmen.

„Not my fault“ legt den Finger in die Wunde. Die Jugendlichen thematisieren mit hoher Intensität negative Zeitgeistphänomene, die in der Realität der Jugendlichen sehr wohl eine Rolle einnehmen können. Dabei agieren sie mit überaus großer Spielfreude und beeindruckender Körperbeherrschung. Und es darf auch gelacht werden, wenn Situationskomik die ernsten Szenen ironisch bricht und den nächsten dynamischen Szenenwechsel einläutet.

Sich Schuld einzugestehen ist schwer. Verantwortung dafür seine Fehler zu übernehmen und sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen noch viel mehr. Die Theater-Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren hatten den Mut, dieses Stück zusammen mit ihrer Theaterlehrerin Stephanie Hitzler zu schreiben und gerade kein Happy End dafür zu wählen: Der Komet schlägt mit großer Zerstörungskraft ein – aber daraus entsteht auch Raum für einen Neubeginn.

Text/Foto: Stefanie Ulrich