Premiere für die erste Theaterklasse

Es war eine Premiere im doppelten Sinne: Das Theaterstück „Alles Gute kommt von unten“ wurde zum ersten Mal im Blauen Theater des Adam-Kraft-Gymnasiums aufgeführt. Zugleich war es die Abschlussproduktion der ersten Theaterklasse der Schule.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 können Schüler, die sich neu am Adam-Kraft-Gymnasium anmelden, eine Theaterklasse besuchen. In der fünften und sechsten Jahrgangsstufe haben sie dann einmal in der Woche im Klassenverband Theaterunterricht. Während in der fünften Klasse die Grundlagen des Spiels auf der Bühne gelernt und geübt werden, steht im zweiten Jahr die Aufführung im Mittelpunkt. Die Schüler der ersten Theaterklasse entschieden sich für das Stück „Alles Gute kommt von unten“, eine sehr freie Bearbeitung des Kinder- und Jugendromans „Zu gut für die Hölle“ aus der Feder von Jochen Till. Luzifer junior ist zu lieb und gut für die Hölle, weshalb sein Vater, der Teufel, beschließt, ihn auf die Erde in ein Internat zu schicken.

Schließlich treiben der fiese Torben und seine Gang auf dieser Schule ihr Unwesen. Von ihnen soll er lernen, was es heißt, böse zu sein. Doch wenn ein Teufel mit noch nicht optimal ausgebildeten magischen Fähigkeiten und dann auch noch in Begleitung seines Schabernack treibenden Hausdämonen Cornibus auf eine irdische Schule kommt, dann sind Chaos und skurrile Momente beinahe schon vorprogrammiert.

Es ist bemerkenswert, mit welcher Leidenschaft und Freude am Spiel sich die Schüler der Theaterklasse diesen skurrilen Augenblicken, aber auch dem teuflischen Treiben in der Hölle, den fiesen Machenschaften von Torbens Bande und den schönen Momenten von Freundschaft und Unterstützung im Internat widmen. Mit viel Selbstbewusstsein und stimmlicher sowie körperlicher Präsenz bringen sie die Geschichte auf die Bühne. Dabei gelingt es ihnen sehr überzeugend, einen Rhythmus zu finden zwischen pointiertem Witz, ernsten Momenten und actionreichen Szenen. Als sich die Schüler am Ende der Aufführung bei ihrem Theaterlehrer Dr. Johannes Möhler für die Arbeit bedanken, bringt eine Schülerin es auf den Punkt. In diesen zwei Jahren seien sie als Klasse zusammengewachsen und nun ein richtiges Team, was die geschlossene Ensembleleistung auf der Bühne eindrucksvoll gezeigt hat.

Dr. Möhler, der die Klasse zudem in den Fächern Deutsch und Geschichte unterrichtet, sagt: „Die Schüler lernen in den zwei Jahren nicht nur viel übers Theaterspielen, sondern auch über sich selbst. Die Arbeit an einem Stück ist Teamwork par excellence – es kommt auf jeden einzelnen an und alle müssen zusammenarbeiten. Und ganz nebenbei gewinnen die Schüler an Selbstbewusstsein und lernen, vor einer großen Menge zu stehen und etwas zu präsentieren.“ Dass dies bei den Schülern und Eltern ankommt, zeigt das große Interesse an dieser integrativen Form der Theaterpädagogik: Im kommenden Schuljahr wird es zwei Theaterklassen geben.

Text/Foto: Stefanie Ulrich