AKG-Weihnachtskonzert: Ein Abend der großen Balladen

Mit kraftvoller Attitude eröffnete die Big Band unter der Leitung von Martin Tonn den Abend mit „You´re a mean one, Mr. Grinch!“, einem Song aus der gleichnamigen amerikanischen Fantasykomödie. Der zeitgenössische Auftakt mündete in das traditionelle Weihnachtslied „Carol of the bells“, dessen besondere Dynamik – eine Mischung aus geraden und ungeraden Takten – einen rhythmisch hohen Anspruch erforderte. AKG-Chef Harald Pinzner begrüßte die Zuhörerschaft in launigem „Denglisch“ – she ist there, the Weihnachtszeit“ – und wünschte allen Mitgliedern der Schulfamilie, dass ihnen in den nächsten Tagen ein Abschalten vom Alltag gelänge und sie auch Phasen der Entspannung fänden. Was könnte dafür ein besserer Ausgangspunkt sein, als ein fröhliches und gemeinsames Musizieren?

Die jungen Sängerinnen und Sänger der Klassen fünf bis sieben beim „Weihnachtskekse-Swing“ ihre unbändige Freude am Singen. Auch mit der Traumvorstellung aller Schüler - “No school tomorrow“ - bewiesen die Chorschüler unter der Leitung von Ingrid Bentivoglio ein sehr gutes Taktgefühl und artikulierten auf den Punkt. Eine Verjüngungskur hatte die Schulband unter der Leitung von Gudrun Schöttner erfahren, denn neue Mitglieder verstärken seit September das Ensemble: In ihrer aktuellen Besetzung performten sie mit ihren Sängerinnen Adiana Mohammad und Nadin Moustafa den Charthit „Let her go“ des britischen Singer-Songwriters Mike Rosenberg, der sicher nur unter seinem Künstlernamen „Passenger“ bekannt ist.

Herausragend und emotional waren die Darbietungen aller Solistinnen, die sich dem Genre der Balladen verschrieben hatten: Den Anfang machte die angehende Abiturientin Rebecca Bauer mit dem Song „Seasons“; sie begleitete sich dabei auch selbst am Klavier. Zum Träumen lud die Sologesangsdarbietung von Johanna Thies (Q12) ein: Mit „Let it go“, einem Stück aus dem Soundtrack des Animationsfilms „Frozen“, bewies sie gefühlvolle und zugleich kraftvolle Variationen ihre warmen Stimmfarbe. Mit der A-capella-Gruppe „Flying Voices“ trat Johanna in der zweiten Konzerthälfte mit sechs weiteren Abiturientinnen auf. Sie prophezeiten mit einem charmanten Auftritt „Love goes on“. Als Duo Céline Dions Welthit „My heart will go on“ auf die Bühne zu bringen, ist eine große Herausforderung. Die beiden Zehntklässlerinnen Clara Gilch (Klavier) und Sabine Sonnemann (Gesang) meisterten diese bravourös und präsentierten ihre eigene, ganz zarte Version der „Königin unter den Balladen“.

Einen klassischen Kontrapunkt setzte das Quartett der Q11-Schülerinnen Luise Stalder (Querflöte), Franka Wuthnow und Céline Weller an der Violine und Denise Burprich (Violoncello): Mit einem „Swan Lake Medley“ aus Peter Tschaikowskys berühmter Ballettmusik verzauberten sie ihre Zuhörer.

Den zweiten Teil des Abends eröffnete das Orchester unter der Leitung von Karin Beer mit bekannten Klängen: Das „Downton Abbey Theme“ dürfte viele Fans der britischen Serie begeistert haben. Mit „Chevaliers de Sangreal“, einem Highlight aus dem Kompositionsschatz von Hans Zimmer, zeigte das Orchester eine weitere Facette seines umfassenden Könnens. Den traditionellen Abschluss des Konzertes bestritt der große Chor aus Mittel- und Oberstufenschülern: Die liebliche Melodie des wohl bekanntesten italienischen Weihnachtslieds „Tu scendi dalle stelle“ wiegte die Zuhörer im Sechsachteltakt. Mit Leonard Cohens Ballade „Hallelujah“ setzte der Chor mit Instrumentalbegleitung ein wirkliches Highlight: Mit einem Hauch Melancholie und gleichzeitig so berührend präsentierten die Musiker diese Ode an das Leben und die Liebe.

Besonders hervorzuheben ist auch der leidenschaftlichen Einsatz der Q11-Schülerin Denise Burprich für das Musikleben am AKG: Sie arrangierte mehrere Stücke für den Chor und das Orchester mit großer fachlicher Versiertheit in Eigenregie.Zuletzt erfüllten die heiteren Klänge des gemeinsamen Schlusslieds „Fröhliche Weihnacht überall“ den Markgrafensaal. Ein begeisterter Schlussapplaus belohnte die engagierten Künstlerinnen und Künstler sowie ihre Chor- und Bandleiter für ihre vielfältigen Darbietungen.

Text/Foto: Stefanie Ulrich